"Theorie und Praxis in der Weiterbildung müssen stärker verzahnt werden!"

7. Oktober 2009

Lernräume - Bildquelle: Tina WittmeierStudierende der Universität Mainz und erfahrene pädagogische Fachkräfte der Weiterbildung in Rheinland-Pfalz haben den Wissenstransfer in einem gemeinsamen Modellprojekt erprobt. In der Abschlusstagung des Projekts stellten die Evangelische Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung in RLP () und das Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Mainz die Ergebnisse ihres vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur geförderten Projekts vor.

Themenschwerpunkte waren:

  • Präsentation der Ergebnisse des Projekts, Berichte aus den Praktika und den ExpertInneninterviews zum Thema Professionalität von ErwachsenenbildnerInnen. Mit Karola Büchel (), Prof. Dr. Heide von Felden (Universität Mainz) und dem Projektteam.
  • Perspektiven und Transfer aus dem Modellprojekt
  • Professionalisierung junger ErwachsenenbildnerInnen - eine Aufgabe der Bildungseinrichtungen? Mit Andreas Seiverth, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (DEAE).


Veranstaltungsort und Zeitpunkt:

Freitag, 4. Dezember 2009
10.00 bis 14.00 Uhr

Erbacher Hof
Grebenstraße 24
55116 Mainz

Der von Prof. Dr. Heide von Felden gehaltene Vortrag  "Ausbildung von ErwachsenenbildnerInnen – welchen Auftrag hat die Hochschule?" steht unten zum Download bereit.

Anhänge:
Diese Datei herunterladen (Vortrag Abschlusstagung 041209.doc)Vortrag Abschlusstagung 041209.doc[ ]42 kB08.06.2012
Projektlaufzeit: 15.02.2009 – 15.12.2009


05. März 2009
In den Einrichtungen der allgemeinen Erwachsenenbildung in Rheinland-Pfalz zeichnet sich ein Generationswechsel ab: Viele der Pädagogen und Pädagoginnen sind älter als 50 Jahre. Als Folge einer zurückhaltenden Personalpolitik sind jüngere MitarbeiterInnen häufig unterrepräsentiert. Damit fehlt eine ganze Generation von ErwachsenenbildnerInnen, die die Kontinuität der Bildungsarbeit der Einrichtungen sichern könnte.

Dem gegenüber bilden die Universitäten junge ErwachsenenbildnerInnen aus, die über einen umfassenden Kenntnisstand an neuen theoretischen Ansätzen verfügen, die aber auf die Strukturen und Praxisanforderungen der Einrichtungen nur unzulänglich vorbereitet sind.

Vor diesem Hintergrund hat die Evangelische Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung in Rheinland-Pfalz e.V. gemeinsam mit der Universität Mainz und gefördert durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur ein Pilotprojekt zur Professionalisierung und zum systematischen Wissenstransfer gestartet: Das im Studium vorgeschriebene Praktikum soll zu einem strukturierten Austausch zwischen den jungen PädagogInnen und den erfahrenen PraktikerInnen genutzt werden.

Aktuell sind Studierende des Diplomstudienganges Erwachsenenbildung verpflichtet, im Hauptstudium ein Praktikum von 500 Stunden in einer Einrichtung zu absolvieren. Bisher gab es für die Suche nach einem Praktikumsplatzes nur wenig strukturierte Hilfestellungen von Seiten der Universität sowie keine gesicherte fachliche Begleitung der PraktikantInnen in den Einrichtungen.

Das Pilotprojekt setzt sich drei wesentliche Ziele:

  • Es will erstens ein nachhaltiges Konzept für die Praxisanleitung der Studierenden sowohl innerhalb der Universität als auch in den Einrichtungen entwickeln.
  • Zweitens will es eine stärkere Partizipation der Einrichtungen an neueren Entwicklungen in der Forschung und der Lehre zur Erwachsenenbildung ermöglichen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Kommunikation zwischen den verschiedenen Generationen, aus dem spannende Auseinandersetzungen und vielfältige Impulse für beide institutionellen Bereiche zu erwarten sind.
  • Drittens will es einen regelmäßigen Austausch zwischen der Universität und den Weiterbildungseinrichtungen initiieren.

Projektpartner sind die Arbeitsstelle zur Weiterbildung des Weiterbildungspersonals (AWW) und die anerkannten Weiterbildungsorganisationen in Rheinland-Pfalz.

In der ersten Projektphase bis Ende April werden engagierte haupt- und nebenamtliche ErwachsenenbildnerInnen aus verschiedenen Einrichtungen geworben, die in die Rollen der MentorInnen schlüpfen wollen. Das Praktikum kann zeitlich flexibel gestaltet werden bis hin über die gesamte Projektlaufzeit. Die Universität begleitet die Studierenden mit einem speziellen Seminar, während die die Beratung und Unterstützung der Einrichtungen gewährleistet.

Kernstück des Modellprojektes sind die "Runden Tische", gemeinsame Lernräume für die beteiligten Studierenden und PraktikerInnen aus den verschiedenen Landesorganisationen und Bildungseinrichtungen. Sie dienen dem Erfahrungsaustausch über die Grenzen der jeweiligen Einrichtung hinaus, der Diskussion und Weiterentwicklung des Konzeptes und der Fortbildung der Teilnehmenden.