Eine Bedienungsanleitung lesen, Formulare ausfüllen, sogar eine Bestellung mit Hilfe der Speisekarte – all dies ist schwierig für Menschen, die keine zusammenhängenden Texte lesen oder schreiben können.

Die so genannten funktionalen Analphabetinnen und Analphabeten verstärkt zur Teilnahme an Lese- und Schreibkursen zu gewinnen, ist Ziel der heute vor einem Jahr gegründeten „Initiative für Alphabetisierung und Grundbildung Rheinland-Pfalz“. Bei den Bemühungen zeigen sich erste Erfolge.

Weitere Infos auf den Seiten der Landesregierung Rheinland-Pfalz


„Die Büchereien in den ländlichen Regionen sind oft ein wichtiger sozialer Treffpunkt in kleinen Gemeinden. Das kann man auch nutzen, um Menschen zu erreichen, die dem Lesen nicht so nahestehen“, sagt Susanne Syren, Regionalkoordinatorin im Kompetenznetzwerk Grundbildung und Alphabetisierung in der Region Rheinhessen/Nahe. Die Kurzbezeichnung „Grubi-Netz“ ist einprägsamer. Das Projekt startete im Januar 2014 mit dem Ziel, Erwachsene mit Lücken in der Grundbildung besser zu erreichen und ihnen den Weg in Lernangebote vor Ort zu erleichtern.

 

Den vollständigen Artikel finden Sie auf den Seiten der Allgemeinen Zeitung, veröffentlicht am 15. Mai 2014

Mainz, 19.02.2014. Mehr als 150 Gäste kamen am Mittwochabend zum ersten Parlamentarischen Abend der rheinland-pfälzischen Weiterbildung in den Landtag. Gabriele Schneidewind, Vorsitzende des Landesbeirates für Weiterbildung und Geschäftsführerin von Arbeit und Leben gGmbH empfing im Namen der Vertreterinnen und Vertreter der staatlich anerkannten Weiterbildungsträger die Gäste aus Politik, Verbänden, Ministerien und Presse, "wir freuen uns sehr, dass unser erster Parlamentarischer Abend auf solch großes Interesse gestoßen ist. Das ist ein Zeichen von Bekanntheit und Wertschätzung."

In seiner Begrüßung hob Landtagspräsident Joachim Mertes, der seit mehr als 20 Jahren Vorsitzender des Verbandes der Volkshochschulen von Rheinland-Pfalz ist, das breit gefächerte und an alle Menschen gerichtete Angebot der staatlich anerkannten Weiterbildung in Rheinland-Pfalz hervor: "Wer es als Bildungsbereich schafft, mehr als 700.000 Menschen in Rheinland-Pfalz mit seinem Weitungsbildungsangebot zu erreichen, muss etwas anzubieten haben und verdient politische Aufmerksamkeit", so Mertes.

Kreativ wie die Weiterbildungsarbeit an sich, stellten die sieben Gastgeberinnen und Gastgeber sich mit einem Kurzfilm vor, der die vielen Anknüpfungspunkte der Menschen zum Thema Weiterbildung auf unterhaltsame Art und Weise verdeutlichte.

Bildungsministerin Doris Ahnen würdigte die Leistungen des rheinland-pfälzischen Weiterbildungssystems und sicherte den Trägern der Weiterbildung auch weiterhin ihre Unterstützung zu: "Es geht uns gemeinsam darum, dass möglichst viele Menschen sich neue individuelle Perspektiven eröffnen und sichern können. Das gilt für berufliche Perspektiven ebenso wie für die Erweiterung der Möglichkeiten am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen." Dass dieses Ziel auch von den im Landtag vertretenen Parteien mitgetragen werde, zeige die erneute Aufstockung der Mittel für die Weiterbildung im Doppelhaushalt 2014/2015 auf rund 8,7 Millionen Euro. Doris Ahnen unterstrich, damit verbessere sich die strukturelle Förderung der Weiterbildung und werde es möglich, innovative Modellprojekte und das bereits große Engagement der Weiterbildungsträger im Bereich der so genannten "Zweiten Chance" verstärkt zu fördern - insbesondere auf den Feldern Alphabetisierung und Grundbildung oder beim Nachholen von Schulabschlüssen.

Mit Professor Dr. Stefan Sell wurde ein renommierter Wissenschaftler gewonnen, der den Gästen die bildungspolitische, soziale und ökonomische Bedeutung der allgemeinen Weiterbildung verdeutlichte. "Gerade in Zeiten des demographischen Wandels kann der Weiterbildung nicht genug Anerkennung von politischer Seite zugemessen werden. Erreicht sie doch all die Zielgruppen, um die wir uns im Rahmen dieses gesellschaftlichen Pozesses Gedanken machen", verdeutlichte Sell.

Zahlreiche Abgeordnete des Landtages Rheinland-Pfalz, Ministerinnen und Minister der Landesregierung, Vertreterinnen und Vertreter von Ministerien, Behörden und Verbänden nutzten die Gelegenheit zum Austausch zum Thema Weiterbildung.

Die sieben staatlich anerkannten Weiterbildungsträger in Rheinland-Pfalz:

  • Landesarbeitsgemeinschaft anderes lernen
  • Arbeit und Leben gGmbH
  • Evangelische Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (ELAG)
  • Katholische Erwachsenenbildung Rheinland-Pfalz - Landesarbeitsgemeinschaft e.V. (KEB)
  • Landesvereinigung für ländliche Erwachsenenbildung
  • Bildungswerk des Landessportbundes Rheinland-Pfalz e.V.
  • Verband der Volkshochschulen von Rheinland-Pfalz e.V.

Kontakt:

Gabriele Schneidewind
Vorsitzende des Landesbeirates für Weiterbildung in Rheinland-Pfalz
Geschäftsführerin Arbeit und Leben gGmbH
Hintere Bleiche 36, 55116 Mainz
06131 - 1408614

7,5 Millionen Erwachsene in Deutschland können keine zusammenhängenden Texte lesen oder schreiben und gelten als "funktionale Analphabeten". Diese aufrüttelnden Zahlen wurden 2011 durch die leo.-Level-One Studie der Universität Hamburg ermittelt.

Da auch in Rheinland-Pfalz zu viele Menschen Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben im Alltag haben, setzt an dieser Stelle das im Januar 2014 gestartete Projekt GrubiNetz - Kompetenznetzwerk Grundbildung und Alphabetisierung Rheinland-Pfalz an: es will nun vor allem deutlich mehr Menschen mit Grundbildungsbedarf erreichen und sie in ganz Rheinland-Pfalz an Lernangebote, Alphabetisierungs- und Grundbildungskurse heranführen.

Das Projekt sieht ein Kompetenznetzwerk vor, das von fünf rheinland-pfälzischen Weiterbildungsträgern initiiert wird. Vier davon stellen eine Netzwerkkoordinatorin in den Regionen Westerwald-Taunus/Mittelrhein, Trier/Eifel, Rheinhessen-Nahe und Pfalz, damit sie mögliche Partner identifizieren und für das Netzwerk gewinnen. Dazu knüpfen sie Kontakte zu den regionalen Akteuren, die mit den Zielgruppen in Kontakt kommen, beispielsweise Beschäftigte in Beratungsstellen, Jobcentern, Schulen, Weiterbildungseinrichtungen oder in der Verwaltung. Diese Akteure wiederum werden für die Thematik sensibilisiert und dabei unterstützt, wie sie die Betroffenen ansprechen und sie an Hilfsangebote heranführen können.

Durch die Vernetzung der Betroffenen untereinander und mit verschiedenen Akteuren sollen effizientere und nachhaltige Unterstützungsstrukturen geschaffen werden, um damit die Chancen zur Teilhabe von Menschen mit Grundbildungsbedarf am sozialen und ökonomischen Leben zu erhöhen.

In der Projektlaufzeit bis Ende Dezember 2014 werden in den beteiligten Regionen u.a. Sensibilisierungsveranstaltungen für Multiplikator/innen und Öffentlichkeitsaktionen zur Zielgruppengewinnung stattfinden. International besteht eine Kooperation mit dem Bundesinstitut für Erwachsenenbildung in Österreich (bifeb).

Kooperationspartner:

Die Arbeit des Netzwerks wird von fünf staatlich anerkannten Weiterbildungsträgern in Rheinland-Pfalz umgesetzt:

  • ARBEIT & LEBEN Rheinland-Pfalz gGmbH (Projektträger)
  • Evangelische Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung Rheinland-Pfalz e.V.
  • Katholische Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung Rheinland-Pfalz e.V.
  • Landesarbeitsgemeinschaft anderes lernen e.V.
  • Verband der Volkshochschulen von Rheinland-Pfalz e.V.

Die lokalen Netzwerkkoordinatorinnen betreuen die folgenden Regionen:

  • Region Mittelrhein/Westerwald-Taunus, Ansprechpartnerin: Caroline Albert-Woll, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Region Pfalz, Ansprechpartnerin: Bärbel Zahlbach-Wenz, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Region Rheinhessen-Nahe, Ansprechpartnerin: Susanne Syren, E-Mail: susanne.syren@.de
  • Region Trier/Eifel, Ansprechpartnerin: Rita Novaki, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Projektmanagement:

  • Lisa Göbel, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Landesweite Koordinierungsstelle:

  • Bärbel Zahlbach-Wenz
  • Susanne Syren
  • E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
    Internet: http://alpha.rlp.de/g6211

Dieses Projekt wird durch das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Rheinland-Pfalz, durch Mittel des Europäischen Sozialfonds, sowie durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz gefördert.